Harald Fidler - Österreichs manischer Medienmacher - Die Welt des Wolfgang Fellner
09.10.08, 08:57 | Harald Fidler

"Macher und Macker"

Ein neues Buch beschreibt die “irre Welt” des Verlegers Wolfgang Fellner.

“Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt.” Bei dieser Auffassung unterscheidet sich Wolfgang Fellner nicht von Pippi Langstrumpf. Daher lässt er durchaus auch zwei mal drei vier ergeben. Das meint der österreichische Journalist Harald Fidler. Mit dem Zitat der Neunjährigen beginnt sein neues Buch über den umstrittenen Verleger.

“Österreichs manischer Medienmacher” entwickelte schon als 13-Jähriger erste Blattkonzepte. Richtig ins Geschäft stieg er ein Jahr später ein, als er mit seinem Bruder Helmuth und dem Schulkameraden Karl Vilsecker 1968 die Schülerzeitung Rennbahn-Express ( R-E ) herausbrachte. Die Postille, die heute Xpress heißt, sollte sich in Österreich später sogar zur Konkurrenz für den Teenie-Titel Bravo entwicklen. Vilsecker scheint aber mittlerweile in Vergessenheit geraten zu sein. Während er laut Fidler im Impressum der ersten R-E -Ausgabe Verleger, Eigentümer und Chefredakteur ist, wird er im heutigen Wikipedia-Eintrag nicht erwähnt.

Mit Basta brachte Fellner 1983 ein weiteres Objekt auf den Markt. Das an das legendäre Magazin Twen angelehnte Lifestyle-Heft wurde dann wie auch Xpress an den Kurier-Verlag abgegeben.

1992 ließ Fellner die Info-Illustrierte News folgen. Am Kiosk zwar sehr erfolgreich, wird das Blatt bei Fidler von Kollegen als “unselige Vermischung von Journalismus und Marketing” bezeichnet. Zuletzt, das war 2006, bescherte der “Desperado des gedruckten Wortes” seiner Nation (nach weiteren Magazinen) die Tageszeitung Österreich – mit dem nicht unbescheidenen Anspruch, am Thron des Krone -Verlegers und österreichischen Medienkönigs Hans Dichand zu sägen.

Im Hinblick auf die Krise und offenstehende Kredite weht dem “Möchtegernmonarchen” jedoch nun eine scharfe Brise entgegen, so Fidler. Das muss aber nichts heißen. “Bisher ging es sich noch immer aus” für Fellner, oft schon habe er alle verblüfft.

Der auf rund 270 Seiten Beschriebene durfte das Manuskript lesen – und fand es “rundweg negativ”. Dennoch habe Fellner nur einen kleinen Änderungsvorschlag gehabt: Fidler hatte seine Größe nach mehreren Begegnungen auf 1,68 Meter geschätzt. Er sei aber 1,74 Meter, berichtigt Fellner – mit der Anmerkung “ falls Sie auf korrekte Zahlen Wert legen”. cw

werben & verkaufen, 8. Oktober 2009

Harald Fidler c/o Autorengemeinschaft Fidler/Merkle · Maria-Theresien-Straße 30/18 · 1010 Wien · Österreich · E-Mail fid@diemedien.at · Autor des Medienlexikons „Österreichs Medienwelt von A bis Z“ · Website by Qarante